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Donnerstag, den 24. Februar 2011 22:50 Alter: 4 Jahr(e)

Willy-Brandt-Forum öffnet in drei Wochen

 

Letzte Spenden für die Ehrentafel noch möglich

Bau des Willy-Brandt-Zimmers in der Dauerausstellung

Unkel. Nur noch bis zum Eröffnungsfestakt am 20. März 2011 besteht die Möglichkeit, mit einer Spende auf die Ehrentafel ins Unkeler Willy-Brandt-Forum zu gelangen. 500 Euro für Privatpersonen oder 1.000 Euro für Unternehmen und Institutionen ist der Mindestbetrag, um sich in einer Reihe von Spendern wiederzufinden, die mittlerweile fast einem Who is Who gleicht. Den aktuellen Stand der Ehrentafel kann man bereits unter www.willy-brandt.info im Internet einsehen. „Der Aufbau der Dauerausstellung ist in vollem Gange“, sagt Thomas Ottersbach, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Unkel, die das neue Museum für Zeitgeschichte über Willy Brandt betreibt. Das Projekt ist geprägt vom ehrenamtlichen Bürgerengagement in der zwischen Koblenz und Bonn gelegenen kleinen Rotweinstadt Unkel. Die Handschrift des ehrenamtlichen Kurators der Stiftung, Dr. Jürgen Reiche, der ebenfalls in Unkel wohnt, sei deutlich zu erkennen, sagt Ottersbach. Im Hauptberuf ist Reiche Ausstellungsdirektor im Bonner Haus der Geschichte, dessen Ausstellungen zu den Publikumsmagneten der Republik zählen. Mit rund 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche auf zwei Geschossen gehört das Willy-Brandt-Forum zwar nicht zu den großen Häusern des Landes. „Es wird aber ein Schatzkastlein sein“, ist sich der Potsdamer Professor für Theaterarchitektur Jan Fiebelkorn-Drasen sicher. Er hat schon so manche Ausstellung gemeinsam mit Dr. Reiche erfolgreich geplant und realisiert, wie beispielsweise den Regierungsbunker in der Eifel. Ab dem 22. März wird das Museum außer montags täglich geöffnet sein. Dass dies möglich ist, dafür sorgen über 20 Ehrenamtliche, die sich auf einen Aufruf der Bürgerstiftung gemeldet haben. „Natürlich können sich auch weiterhin Freiwillige melden. Wir sind jedem dankbar, der uns unterstützen möchte“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Rudolf Barth. Bevor es aber losgeht, gibt es eine Eröffnungsfeier, wie sie die Region angesichts der angesagten Prominenz wohl in jüngster Zeit kaum erlebt hat. Größen aus Politik, Wirtschaft und Kultur aus der gesamten Republik haben sich angesagt. Die Eröffnung vollzieht Landesvater Kurt Beck, für die Festrede reist aus Spanien Felipe González an. Viele Weggefährten des berühmten Altkanzlers und Friedensnobelpreisträgers werden den Weg nach Unkel nehmen. Mit dabei sind auch Willy Brandts Witwe Prof. Dr. Brigitte Seebacher und sein ältester Sohn Prof. Dr. Peter Brandt. Brigitte Seebacher ist letztlich die Idee zum Willy-Brandt-Forum verdanken. Durch ihre Dauerleihgabe des privaten Arbeitszimmers von Willy Brandt findet die Dauerausstellung ihren zentralen Besuchermagneten. Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Originalexponaten wie Brandts Bundestagsstuhl aus dem alten Bonner Plenarsaal, eine Leihgabe des ehemaligen Chefredakteurs des Bonner Generalanzeigers Dr. Helmut Herles, oder auch das berühmte Meistermann-Gemälde als Dauerleihgabe aus dem Bundeskanzleramt in Berlin. Darüber hinaus ist die Ausstellung geprägt von vielen multimedialen Elementen, die zum Schauen, Hören und Mitmachen einladen. „Viele Weggefährten von Willy Brandt haben sich bei mir gemeldet und unterstützen uns“, sagt Thomas Ottersbach. Dazu zählt natürlich Egon Bahr, aber auch Harry Walter, der als Erfinder des modernen Wahlkampfs gilt und für die Erfolge der Wahlkämpfe von Willy Brandt und Helmut Schmidt steht. Ein Anruf hat Thomas Ottersbach allerdings besonders berührt: „Da sagt mir doch tatsächlich jemand am Telefon, er sei ein Klassenkamerad von Willy Brandt, und habe mit ihm 1932 Abitur gemacht. Ich habe mal kurz gerechnet, wie alt er dann sein müsste, und konnte es kaum glauben.“ Doch es stimmt. Der mittlerweile 100jährige Hans Dreyer hat mit Herbert Frahm, wie Willy Brandt damals hieß, die Schulbank gedrückt. So wird es beim Eröffnungsfestakt am 20. März für viele Weggefährten des Staatsmanns und Weltbürgers Willy Brandt im rheinromantischen Unkel, in dem er die letzten 13 Jahre seines Lebens wohnte und wo er 1992 starb, ein freudiges Wiedersehen geben.